DORFMITTE MILS

LEITMOTIV UND ORTSBAULICHER KONTEXT
Die Ausschreibung zum Wettbewerb verlangte nach Vorschlägen für den Ersatz der bestehenden Leichenhalle und einer damit einhergehenden besseren Ausnützung des sehr knappen Raumangebotes des Friedhofes. Die Aufgabenstellung wurde jedoch etwas weiter gefasst und mit der Schaffung von Orten und Plätzen versucht, die vorhandenen Potentiale zu stärken.

DORFLINDENPLATZ
Der Abbruch der bestehenden Garage schafft die Möglichkeit den Zugang zum Widum neu zu definieren. Ein massiver Mauerkörper, der das geforderte WC aufnimmt, bildet einen neuen Platzraum. Um seiner Nutzung im dörflichen Kontext gerecht zu werden, wird hier
die Pflanzung ‚der Dorflinde‘ vorgeschlagen.

AUFBAHRUNGSRAUM
Bewusst sucht das Gebäude nicht den Bezug zur Dorfstrasse, denn die projektierte Nähe zur Friedhofsmauer orientiert sich am klassischen baulichen Motiv einer Aufbahrungshalle.
Kompakt in den Abmessungen, geradlinig und ohne Schnörkel in der Baukörpergestalt wird das Gebäude ausgeführt. Erst die hochwertige Materialisierung macht die Nutzung ablesbar. Die Aussenwände sind mit Kalkglätte verputzt, das Torportal mit Gehtüre und Schiebe-Klappflügeln ist in brüniertem Messing ausgeführt. Der Innenraum ist zur Gänze in massiver, unbehandelter Eiche ausgekleidet. Die Lichtführung erfolgt ausschliesslich ein Oberlicht in der Decke.

DER KIRCHPLATZ
Ist in südlicher Richtung an den Aufbarungsraum angelagert. Er ist niveaugleich mit Widum und Aufbahrungsraum und wird zum tieferliegenden Dorflindenplatz durch den massiven Mauerkörper begrenzt. Hier soll ein Bereich für kontemplatives Verweilen, wie auch kirchliche Anlässe (Agapen, etc.) angeboten werden.

FRIEDHOF MIT URNENWAND
Das Abtragen der bestehenden Leichenhalle schafft Platz für den neuen Urnenwandbereich.
Als neues, raumbildendes Element wird die Urnenwand auf der neu zu errichten Friedhofsmauer aufgesetzt. Sie bietet auf zwei Reihen Platz für 24 Wandgräber. Die Urnenwand bzw. Urnennischen werden als Betonfertigteil mit eingesetzten Abschlüssen und Grabplatten aus brüniertem Messing ausgeführt. Die Inschriften der Verstorbenen werden in die Platten graviert und mit weisser Emailfarbe hinterlegt.

KRIEGERDENKMAL
In den späten 1950er Jahren an die südliche Kirchenmauer angebaut, weicht einer neuen Lösung.
Durch das Abtragen der Einhausung für das Fresko entsteht Platz für die überzeugende Setzung des Gebäudes für den Aufbahrungsraum.
Die neue Position für das Kriegerdenkmal wird in der Nähe des Friedhofszuganges vorgeschlagen. Das Fresko bekommt einen Rahme aus Messing, der flächenbündig in die Einfriedung eingesetzt wird.
Die Namen der gefallenen Soldaten der Weltkriege werden in erhabenen Buchstaben aus Messing in der unteren Rahmenleibung angebracht.

Wettbewerb: 1.Preis
Ausführung: Frühjahr - Herbst 2017

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