DORFMITTE MILS

Ziel der Wettbewerbsaufgabe war die Erarbeitungs eines Vorschlages für einen Ersatzbau der bestehenden Leichenhalle, welche innerhalb der Friedhofsmauern lag und eine Erweiterung von Grabfeldern bis dato unmöglich machte. Mit diesem realisierten Projekt wurde die Aufgabenstellung etwas weiter gefasst und mit der Schaffung von Orten und Plätzen versucht, die vorhandenen räumlichen Potentiale in und um den Friedhof zu stärken.

DORFLINDENPLATZ
Ein massiver Mauerkörper, der das barrierefreie öffentliche WC aufnimmt, bildet einen neuen Platzraum.
Um seiner Nutzung im dörflichen Kontext gerecht zu werden, wurde hier
die Pflanzung ‚der Dorflinde‘ vorgeschlagen.

AUFBAHRUNGSRAUM
Bewusst sucht das Gebäude nicht den Bezug zur Dorfstrasse, denn die projektierte Nähe zur Friedhofsmauer orientiert sich am klassischen baulichen Motiv einer Aufbahrungshalle.
Kompakt in den Abmessungen, geradlinig und ohne Schnörkel in der Baukörpergestalt wird das Gebäude ausgeführt. Erst die hochwertige Materialisierung macht die Nutzung ablesbar.

Die Aussenwände sind mit Kalkglätte verputzt, das Torportal mit Gehtüre und Schiebe-Klappflügeln ist in brüniertem Messing ausgeführt. Der Innenraum ist zur Gänze in Wand- und Deckenkassetten in Eiche ausgekleidet. Die Lichtführung erfolgt zum grossteil über ein Oberlicht in der Decke. Die perforierten Bleche an den Türflügeln sorgen für einen visuellen Kontakt vom Innenraum zum vorgelagerten Kirchplatz.

KRIEGERDENKMAL MIT FRESKO
In den späten 1950er Jahren wurde dieses in einer gemauerten Einhausung an die südliche Kirchenmauer angebaut.
Die neue Position für das Kriegerdenkmal wurde in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt in der Nähe des Friedhof Hauptzuganges vorgeschlagen.
Das Fresko wurde fachgerecht abgetragen und restauriert und wurde in einen Rahmen auf massiven Messingblech in die Einfriedung eingesetzt wird.
Die Namen der gefallenen Soldaten der Weltkriege werden in erhabenen Buchstaben aus Messing in der unteren Rahmenleibung angebracht.

FRIEDHOF MIT URNENWAND
Das Abtragen der bestehenden Leichenhalle schaffte Platz für den neuen Urnenwandbereich.
 Als neues, raumbildendes Element wird die Urnenwand auf der neu zu errichten Friedhofsmauer aufgesetzt. Sie bietet auf zwei Reihen Platz für 24 Wandgräber.
Der massive Urnenwandkörper mit umlaufenden Rahmen wurde in Ortbeton ausgeführt. Die aufgesetzten Grabplatten sind gekantete Kassetten aus brünierten Messing. Die Inschriften der Verstorbenen werden in die Kassetten eingraviert und mit weisser Emailfarbe hinterlegt.

Wettbewerb: 1.Preis
Ausführung: Frühjahr - Herbst 2017
Fotos: David Welsch

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